Institut für die Erforschung der Geschichte Bulgariens 1944-1989
Masterarbeit TU Berlin, Prof. Fioretti
2013/2014
2015/2016 Ausgestellt in One Architecture Week Festival in Plovdiv und in Projektirane in Sofia
Mein Diplomprojekt untersucht die Rolle der Architektur als Medium für Erinnerung, gesellschaftlichen Dialog und die Auseinandersetzung mit einer schwierigen Vergangenheit. Im Mittelpunkt steht das Erbe des kommunistischen Regimes in Bulgarien sowie die Frage, wie sich eine Gesellschaft mit einer bis heute kontroversen und schmerzhaften Geschichte auseinandersetzen kann.
Das Projekt schlägt die Gründung eines unabhängigen Instituts zur Erforschung der bulgarischen Geschichte von 1944 bis 1989 vor. Der Entwurf befindet sich auf dem Gelände des ehemaligen Georgi-Dimitroff-Mausoleums im Zentrum Sofias — einem der symbolträchtigsten Orte der bulgarischen Geschichte des 20. Jahrhunderts. Die Intervention liegt zwischen dem Stadtpark und dem ehemaligen Königspalast und untersucht die Beziehung zwischen Architektur, Politik, Erinnerung und Stadtraum.
Das Konzept verbindet Archiv, Forschungszentrum und Museum. Die Archive und Forschungsbereiche befinden sich unterirdisch als Symbol für die verdrängte Erinnerung, während der Ausstellungsbereich über dem Gelände sichtbar wird und die Überreste des Mausoleums als archäologisches Fragment integriert. Anstatt die Geschichte auszulöschen, versucht das Projekt, sie sichtbar zu machen und kritisch zu reflektieren.
Ein zentraler Aspekt des Projekts ist die Wiederherstellung der verlorenen Beziehung zwischen dem ehemaligen Königspalast und dem Park, die während der sozialistischen Umgestaltung des Stadtzentrums unterbrochen wurde. Das Dach des Gebäudes fungiert als Erweiterung des öffentlichen Raums — als Ort für Begegnung, Beobachtung und kulturelle Veranstaltungen.